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" [Während eines Feueralarms] Rettet die I-Phones! "

(Nadine M.)

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Irgendetwas stimmt mit Hasi nicht...

Wenn ich mal nicht am Rechner werkel oder am Mischpult stehe geh ich zwischendurch doch auch mal einer ganz geregelten Arbeit nach. Hier betreue ich Kunden entweder telefonisch oder per E-Mail. Und nebenher spielt sich das Ganze auch noch im Bereich "Mode" ab.

Und genau in diesem Geschäftsfeld war für einigen Wochen der Aufschrei groß. So hat sich herausgestellt, dass für Angoraprodukte arme niedliche Hasen grausamst sterben müssen. Gut, das Tiere für Mode leiden müssen ist prinzipiell nicht neu und auch ganz so toll. Und manchmal verhalten sich Tierschützer da auch recht einseitig, wenn ich überlege, wie Pelzträger(Innen - so political correct wollen wir ausnahmsweise mal bleiben) angepöbelt werden aber es niemand wagt mit Farbe die Lederkluft eines Hells-Angels-Mitglieds zu besprühen.

Aber ich weiche vom Thema ab. Es ging ja um die armen Langohren und wie doll die für Angora leiden müssen. Und weil mein Arbeitgeber das Osterfest mit dem traditionellen Eierlieferanten nicht gefährden will, hat man sich kurzerhand entschlossen, keine Angoraprodukte mehr zu verkaufen.

Naja, also fast keine. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Selbstverständlich werden keine neuen Produkte mit dieser Wollart mehr ins Sortiment aufgenommen, aber die Restbestände aus dem Angorabereich werden natürlich noch im Sale abverkauft. Und schon werden wieder Stimmen laut, die (meist unüberlegt) rufen: "Ja und ihr verkauft doch wieder Angora und Meister Lampe werden die Lichter ausgepustet."

Wie gesagt, sowas kommt meist unüberlegt. Denn das eine ist, keine neuen Angoraprodukte mehr zu verkaufen und somit auch nicht mehr zu ordern, was wiederum dazu führt, das man nicht mehr für das Quälen von Hasen verantwortlich ist. Somit könnte alles so schön sein: Die Rammler können ohne Leid weiter leben und in Zukunft muss - zumindest bei uns - kein Hase wegen Mode um sein Leben fürchten.

Tja, könnte so schön sein. Denn dann gibt es aber noch die Restbestände. Also Kleidung, für die die Pelzträger schon ihr Leben lassen mussten. Und dies kann man ja bekanntlich auch nicht mehr rückgängig machen. Jetzt kamen doch, wie bereits erwähnt, tatsächlich Meinungsäußerungen, warum man denn noch die Restbestände an Klamotten mit Angoraanteil verkauft. Und bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich finde es auch nicht schön, dass die Hasen unter der Produktion so mit dem Leben zahlen mussten und ob man sich da noch entsprechende Pullover oder so anziehen will, möchte ich auch ausdrücklich jedem selbst überlassen. Aber egal wie ich mich entscheide: Es macht kein Kaninchen wieder lebendig.

Soll man denn jetzt alle Angorapullis und ähnliches wegwerfen, weil da Karnickel dafür getötet wurden? Wenn ich so ein Häschen wäre, bzw. der Geist eines Häschens - weil ich bin ja brutal für diese Kleidung umgebracht worden, dann fände ich zwar mein Ableben schade, aber könnte micht trösten. Denn zumindest helfe ich jemanden, sich warm zu halten und es ist noch was nützliches mit meinen Überresten passiert.

Müsste ich als Hasengeist aber jetzt mitbekommen, dass diese Kleidung, für die ich mein Leben geopfert habe, einfach weggeschmissen wird, würde es mich wahrscheinlich erstmal depressiv machen. "Jetzt bist du umsonst gestorben." würde ich mir denken. Und wahrscheinlich auch deswegen dann so wütend, dass ich sämtlichen Tierschützern als überdimensionaler Mörderkarnickelgeist auflauern würde.

Nein, aber jetzt mal im Ernst: Was soll man den sonst mit den Restbeständen von Angorakleidung machen? Anziehen halte ich da doch für sinnvoller als wegwerfen. Sozusagen um zu zeigen, dass der Tod für diese Langohren nicht sinnlos war. Und dabei denken: In Zukunft bleiben die Hasen am Leben.


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