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" Paradox ist, wenn man die Email-Adresse von Barrack Obama in eine Whitelist aufnimmt. "

(Thomas B.)

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Aug 8

Teilen, ohne Rücksicht auf Verluste

Man erlebt ja einiges auf Facebook. Da wird gerne und viel geteilt, auch wenns unsinnig ist oder vielleicht sogar Falschmeldungen und ähnliches obskures Zeug.

Bei einer Bekannten ist da nun ein Text aufgetaucht, der mir leicht aufgestoßen ist: "In Deutschland häufen sich die Verbrechen dramatisch und immer öfter sind dabei Migranten im Spiel. Ein 16-jähriges Mädchen wurde in Mainz von drei Türken derart brutal vergewaltigt, dass es vier Tage in Lebensgefahr schwebte, einen künstlichen Darmausgang erhalten musste und nie mehr Kinder gebären kann."
Im Normalfall hab ich diese Dame für vernünftig genug gehalten, das nur so im Raum stehen zu lassen. Aber anscheinend war das beigefügte "Teilen! Teilen! Teilen!" doch stärker. Deshalb hab ich einfach mal angefragt, ob es denn eine Quelle dazu gebe. Denn so alleine wirke der Text doch etwas wie Hetze. (Was mich auch verwunderte, sowas kenn ich von ihr auch nicht.)

Naja, dann schaun wir uns das Dingens doch mal an. Lt. Statistica.com gab es im Jahr 2013 fast sechs Millionen registrierte Straftaten (5.961.662). Dies ist dann um ein paar Tausend weniger, als 2012 und 2011. 2004 waren es sogar 6.633.156 Straftaten.
Ups, dann stimmt aber ja schonmal der erste Satz nicht. So dramatisch häufen sich die Verbrechen gar nicht. Aber gut, es fühlt sich durch aufbrausende Berichte in den Medien und Internet halt so an und außerdem spielt das psychologische "Früher war sowieso alles besser" auch ein Rolle. Lassen wir also mal den ersten Satz so als verzerrte Wahrnehmung stehen.

Zum Ausländeranteil als solches: Es zählen in der Statistik alle Verbrechen gleich, da wird kein Unterschied zwischen deutschem Mörder und italienischen Ladendieb gemacht. Und auch Banden- und Cyberkriminalität zählt mit dazu. Also auch ein russischer Hacker, der von Moskau aus auf eine deutsche Webseite eindringt. Und das diese Art von Kriminalität aktuell eine andere Größe aufweist wie z.B. vor zehn Jahren kann man schon allein an der Entwicklung des Webs nachvollziehen.

Soweit also mal die Infos, die man mit ein klein wenig Google zum ersten Teil des oben beschriebenen Postings machen kann. Was ist aber jetzt mit dem Fall des armen Mädchens?

Es gab im Jahr 2012 in Mainz wirklich den angesprochenen Fall. Warum man diesen jetzt nach zwei Jahren wieder hervorholt, ist natürlich eine ganz andere Sache. Hier muss man sich schon mal fragen, welche Intention dahinter steckt.

Ohne die Tat kleinreden zu wollen, was bei sowas auch garnicht gemacht werden soll: Auf der Welt und auch in Deutschland passiert leider so ein Mist immer wieder. Und dabei ist die Nationalität der Täter oder Opfer völlig egal.

Was ich eben immer noch nicht begreife: Warum nehme ich mir ein Verbrechen, das vor zwei Jahren begangen wurde, greife es explizit heraus, hebe die Nationalität der Täter hervor und setze es in ein soziales Netzwerk? Selbst wenn man also hervorheben wollte, dass Ausländer mehr Verbrechen begehen, gibt es da nix aktuelleres? Das wäre für die Aussage selbst aber schon richtig peinlich:
"Hey behaupten wir mal, Ausländer verursachen aktuell immer mehr Straftaten, aber das einzige Beispiel das ich finde ist zwei Jahre alt..."

Ach ja, es kam von der Bekannten noch der Hinweis, sie hätte es auch weiter verbreitet, wenn die Täter deutsch gewesen wären. Wirklich? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Aber gut, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man sowas, egal wer die Tat vor Jahren begangen hat, überhaupt weiter verbreiten muss. Es bringt nichts und schürt unter Umständen unnötige Ängste. Man muss ja nicht alles teilen, nur weil das im Beitrag so steht. Hirn einschalten lohnt sich manchmal vorher.

Jun 8

Nur mal schnell Sonne tanken...

Eigentlich hab ich mir gedacht: "Mensch, genieße es mal, wenn die Frau nicht da ist, du sonst nix zu tun hast und außerdem die Sonne runterbrennt wie die Sau... Ab in den Garten."
Jetzt hatte ich vom Hundespaziergang in der früh noch meine lange Hose an, zwcks Zeckenschutz und so. Die wirkt sich doch etwas negativ aufs Bräunungsverhalten aus. Und nebenbei ist sie schwarz - heizt in der Sonne also auf wie verrückt. Nun, nichts leichter als das, hab ich mir gedacht. Schnell aus dem Schrank ne kurze Hose rausholen und ab gehts...

Mächtig großer Fehler, wie mir mittlerweile klar wurde. Dazu muss man wissen, dass sich meine ganzen Klamotten in einem Schrank versammeln. Ich hab mir zwar mal zwecks Überfüllung einen zweiten gegönnt, der wurde aber rasch von der besten aller Freundinen, also meiner, für Bettwäsche und Co. beschlagnahmt.
Als ich jetzt nach meiner Shorts suchen wollte, kam das Unvermeidliche: Die Wäsche wollte raus und die Freiheit sehen, oder so - auf jeden Fall lagen jetzt knapp ein Drittel der Klamotten auf dem Boden. Sprich, also alles, was den Schrank überfüllt hatte. Der Rest lümmelte sich friedlich und gut sortiert da rum, wo es sein sollte.

"Na gut", dachte ich, "jetzt ist das Maß voll. Ich hol mir meinen Zweitschrank zurück!" In diesem liegt ja aber noch Bettwäsche, bzw. lag. Nun befindet sich diese nämlich ordentlich aufgeschlichtet neben dem Schrank. Da wird wohl demnächst nochmal ein Besuch bei Ikea fällig.

Aus dem Vorhaben, sich einfach mal in die Sonne zu legen und nichts zu tun, wurde also mal schnell eine Schrankumräumaktion. Na gut... komm ich halt durch diese und die damit verbundene Sortiererei na halbe Stunde später in den Garten. Dachte ich zumindest. Denn als ich gerade schön beim Transfer der gerade nicht benötigten Pullover und Hemden in ihr neues Domizil bin, durchfährt mich ein Schmerz in den Händen. Hervorgerufen wird dieser von einem Brett. Das sollte sich eigentlich weiter oben fest verankert finden, hat sich aber spontan dazu entschlossen, mal unten auf nen Besuch vorbeizuschauen und die neuen Mitbewohner - also die bereits auf ihm lagernden Hosen und Shirts mitzubringen.

Wäre ja noch nicht so schlimm, denn in meinem Optimismus glaubte ich, das Brett einfach wieder oben verankern zu können. Und während ich die Wäsche erst mal von diesem wegräume, ums es wieder zu montieren, macht mich ein Krach darauf aufmerksam: Der Rest vom Schrank fand die Idee gut und folgt somit auch der Schwerkraft. Inklusive der bereits darin verstauten Klamotten.

Was mich zu der Erkenntnis bringt: Auch in einer halben Stunde werd ich nicht in den Garten kommen. Jetzt erstmal den Schrank von den Textilien trennen. Dann wieder aufbauen - also den Schrank, nicht die Klamotten. Und dann fertig umräumen.

Manchmal hat man schon so Tage, wo nichts wie geplant läuft. Aber eins ist sicher: Ich werde mich heute noch in den Garten legen und entspannen! Wahrscheinlich kann ich dabei dann auch in aller Ruhe Mond und Sterne beobachten...

Dem Rest wünsch ich schonmal frohe sonnige Stunden!

Feb 9

Irgendetwas stimmt mit Hasi nicht...

Wenn ich mal nicht am Rechner werkel oder am Mischpult stehe geh ich zwischendurch doch auch mal einer ganz geregelten Arbeit nach. Hier betreue ich Kunden entweder telefonisch oder per E-Mail. Und nebenher spielt sich das Ganze auch noch im Bereich "Mode" ab.

Und genau in diesem Geschäftsfeld war für einigen Wochen der Aufschrei groß. So hat sich herausgestellt, dass für Angoraprodukte arme niedliche Hasen grausamst sterben müssen. Gut, das Tiere für Mode leiden müssen ist prinzipiell nicht neu und auch ganz so toll. Und manchmal verhalten sich Tierschützer da auch recht einseitig, wenn ich überlege, wie Pelzträger(Innen - so political correct wollen wir ausnahmsweise mal bleiben) angepöbelt werden aber es niemand wagt mit Farbe die Lederkluft eines Hells-Angels-Mitglieds zu besprühen.

Aber ich weiche vom Thema ab. Es ging ja um die armen Langohren und wie doll die für Angora leiden müssen. Und weil mein Arbeitgeber das Osterfest mit dem traditionellen Eierlieferanten nicht gefährden will, hat man sich kurzerhand entschlossen, keine Angoraprodukte mehr zu verkaufen.

Naja, also fast keine. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Selbstverständlich werden keine neuen Produkte mit dieser Wollart mehr ins Sortiment aufgenommen, aber die Restbestände aus dem Angorabereich werden natürlich noch im Sale abverkauft. Und schon werden wieder Stimmen laut, die (meist unüberlegt) rufen: "Ja und ihr verkauft doch wieder Angora und Meister Lampe werden die Lichter ausgepustet."

Wie gesagt, sowas kommt meist unüberlegt. Denn das eine ist, keine neuen Angoraprodukte mehr zu verkaufen und somit auch nicht mehr zu ordern, was wiederum dazu führt, das man nicht mehr für das Quälen von Hasen verantwortlich ist. Somit könnte alles so schön sein: Die Rammler können ohne Leid weiter leben und in Zukunft muss - zumindest bei uns - kein Hase wegen Mode um sein Leben fürchten.

Tja, könnte so schön sein. Denn dann gibt es aber noch die Restbestände. Also Kleidung, für die die Pelzträger schon ihr Leben lassen mussten. Und dies kann man ja bekanntlich auch nicht mehr rückgängig machen. Jetzt kamen doch, wie bereits erwähnt, tatsächlich Meinungsäußerungen, warum man denn noch die Restbestände an Klamotten mit Angoraanteil verkauft. Und bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich finde es auch nicht schön, dass die Hasen unter der Produktion so mit dem Leben zahlen mussten und ob man sich da noch entsprechende Pullover oder so anziehen will, möchte ich auch ausdrücklich jedem selbst überlassen. Aber egal wie ich mich entscheide: Es macht kein Kaninchen wieder lebendig.

Soll man denn jetzt alle Angorapullis und ähnliches wegwerfen, weil da Karnickel dafür getötet wurden? Wenn ich so ein Häschen wäre, bzw. der Geist eines Häschens - weil ich bin ja brutal für diese Kleidung umgebracht worden, dann fände ich zwar mein Ableben schade, aber könnte micht trösten. Denn zumindest helfe ich jemanden, sich warm zu halten und es ist noch was nützliches mit meinen Überresten passiert.

Müsste ich als Hasengeist aber jetzt mitbekommen, dass diese Kleidung, für die ich mein Leben geopfert habe, einfach weggeschmissen wird, würde es mich wahrscheinlich erstmal depressiv machen. "Jetzt bist du umsonst gestorben." würde ich mir denken. Und wahrscheinlich auch deswegen dann so wütend, dass ich sämtlichen Tierschützern als überdimensionaler Mörderkarnickelgeist auflauern würde.

Nein, aber jetzt mal im Ernst: Was soll man den sonst mit den Restbeständen von Angorakleidung machen? Anziehen halte ich da doch für sinnvoller als wegwerfen. Sozusagen um zu zeigen, dass der Tod für diese Langohren nicht sinnlos war. Und dabei denken: In Zukunft bleiben die Hasen am Leben.